Die langjährige Justizministerin Brigitte Zypries diskutierte mit Jens Best, einem Internet-Aktivisten zum Thema: Die Öffentlichkeit des Privaten.
Ausgehend von der Debatte um Google Street View und Bests Ankündigung dafür zu sorgen, dass jedes deutsche Haus online sichtbar gemacht wird – auch die, die bei Google eine Verpixelung beantragt hätten – wurden schnell die unterschiedlichen Standpunkte von Zypries und Best klar: Brigitte Zypries mahnte an, dass Daten, sobald sie miteinander verknüpft werden, für den Einzelnen eine enorme Gefahr darstellen könnten. Best hingegen sieht gerade darin eine sinnstiftende Chance für die Gesellschaft. Auch in der Frage, ob die Digitalisierung politische Partizipation ermögliche, kamen die Beiden nicht auf einen Nenner: Während Best im Internet eine „Demokratie-Rakete“ sieht, meint Zypries, dass sich im Netz ebenso wenig Menschen am Prozess demokratischer Willensbildung beteiligen würden wie offline. Beide führten unterschiedliche Beispiele an, um ihre Position zu untermauern.
In der Auffassung, dass internationaler Konsens vonnöten sei, um nationale Gewissheit in der Bewertung diverser Sachverhalte zu schaffen, waren sich Beide einig. Ebenso auch in der Forderung, dass Medienkompetenz der Schlüssel für eine aufgeklärte und digital selbstbewusst agierende Gesellschaft darstellt. Insofern waren die Schlussworte von Jens Best das Fazit einer unterhaltsamen und auch kontroversen Diskussion: „Wer frei sein will, muss Verantwortung für sich übernehmen.“
