Digitale Macht

Moderator Cherno Jobatey

Referent Cherno Jobateys Präsentation: Digitale Macht. Die Stille Revolution

Wissen ist Macht. Und die Aufmerksamkeit, die nötig ist, um Wissen worüber auch immer überhaupt vermitteln zu können, ist schwer zu erlangen. Diese Aufmerksamkeit ist ein wertvolles Gut in unserer Wissensgesellschaft. Wie wertvoll wird beispielsweise dann klar,  wenn man einmal die Preise führender Magazine für Ganzseitenanzeigen abruft.

Aber seit Mitte der  neunziger Jahre hat es auf diesem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit eine schleichende Veränderung gegeben: Während die Welt mit etlichen Kriegen am Golf, in Nahost und auf dem Balkan beschäftigt war, ereignete sich in aller Stille eine Revolution, die die Welt gründlicher verändert hat, als vielen klar ist.

Industrielle Revolution

So richtig begann alles mit der Erfindung des Browsers. Die digitale Revolution wirbelt bis heute sehr viel durcheinander, traditionelle Geschäftsmodelle änderten sich genauso wie Kommunikationsformen. Viele handwerkliche Fähigkeiten verloren ihren Wert. Richtig deutlich wurde das den meisten erst, als sich ein politischer Niemand aus dem Mittelwesten, aus Illinois um das amerikanische Präsidentenamt bewarb und tatsächlich gewann.

Technische Moderne gegen analoge Hemdsärmeligkeit

Obamas Kampf war (fast schon) unfair, denn er hatte enorme Vorteile: Mit Hilfe der technischen Moderne konnte er preiswert seine altmodisch agierenden Gegner besiegen. Referent Cherno Jobatey zeigt leicht nachvollziehbar und oft auch unterhaltsam in seiner Präsentation auf, wie die neue digitale Elite gegen das Gestern antrat, die „analoge Hemdsärmeligkeit”. Anfangs wurde der später sehr erfolgreiche Obama noch von seiner eigenen Partei-Elite und den Medien belächelt.

Referent Cherno Jobatey’s Präsentation zeigt detaillierte Beispiele dieses Wahlkampfs

Obamas Innovation bestand im Vergleich zur innerparteilichen Rivalin Clinton,  die die Partei und meinungsführende Zeitungen und TV-Sender hinter sich wusste, darin, online Dinge zu tun, die vorher möglich waren, aber einen unglaublichen Aufwand bedeutet hätten. In seiner 90-minütigen Präsentation zeigt der Referent mit vielen multimedialen Beispielen, wie das geht: Fernsehen und Radio machen, Briefe schreiben und telefonieren, Spenden sammeln, Menschen und Ereignisse organisieren, unschlüssige Wähler überzeugen…. Informieren, informieren, informieren. Dies alles gelang Obama zu einem Bruchteil sowohl des bis dahin gewohnten personellen Aufwands als auch der bis dahin für normal gehaltenen Kosten.

Gelebte Hierarchien wanken, klassisches top/down Herrschaftswissen ist außer Funktion

Die Wirkung war unvorhersehbar: Plötzlich verlor schiere Größe an Bedeutung und David besiegte Goliath. Da die Türsteher des Wissens (hier des Internets) sich neutral verhielten, was bei den klassischen Printmedien, bei Fernsehen und Rundfunk beileibe nicht der Fall gewesen wäre, wurden gelebte Hierarchien umgangen und das klassische top/down Herrschaftswissen außer Funktion gesetzt! Der Referent arbeitet in seiner Präsentation heraus, was das in der Realität bedeutete: Alles geht, jeder gegen jeden.  Auf diese Weise wurde eine unsichtbare Lawine losgetreten, die losgelöst von allem Gängigen so vieles unter sich begrub.

Alles wird übersetzt in die Formensprache des Internet

Das Ganze auch noch kombiniert mit „Guerilla-Marketing“, bei dem man dahin geht, wo die Leute sind. In die Formensprache des Internet übersetzt, hieß das: ab in die sozialen Netzwerke!  Zielgruppen konform gab’s dort Infos in multimedialen Häppchen jeglicher Größe, über die man sich im Vortrag des Referent mitunter amüsieren kann. So wurde etwa Obama‘s Vize-Kandidat zunächst per SMS vorgestellt und zwar 2,9 Millionen Menschen bei null Kosten. Marktforscher Nielsen sprach respektvoll vom „größten mobilen Marketingereignis der USA“.

Referent Cherno Jobatey erklärt, wie sich jeder in dieser neuen Welt bewegen kann

Jeder, egal ob DAX-Unternehmen jeglicher Branche, Mittelständler oder Privatperson, also tatsächlich jeder mit einer E-Mail Adresse und einem Internetanschluss kann diese neuen Möglichkeiten für sich nutzen. In seiner Präsentation erläutert der Referent die stille Revolution und illustriert anhand von Beispielen wie Coca Cola, Hewlett-Packard, Starbucks, Honda, Dell oder sogar dem „Lady-Gaga-Phänomen“ detailliert, wie sich Machtverhältnisse im Kampf um die Meinungsführerschaft verschoben haben und wie man die neue Zeit für sich nutzen kann. Denn wer digital nicht dabei ist, läuft Gefahr, auf dem Marktplatz von heute nur noch einen Tapeziertisch in der dritten Reihe zu betreiben anstelle des bislang gewohnten zentral gelegenen repräsentativen Marktstandes. Und viel zu oft geht unter: Diese schöne neue Welt ist machbar, simpel zu bedienen und zudem bezahlbar!

Wissen ist Macht, daran wird sich nichts ändern. Und noch nie waren so viele so mächtig.